Wirtschaftswunder 2.0

Macher-Radar DACH

Unternehmertum in Deutschland, Österreich und der Schweiz – kuratiert, belegt, eingeordnet. Erfolge, die Mut machen, und Hürden, die man kennen muss. Unser Beitrag zu einem Wirtschaftswunder 2.0 – mit Scale-up und Buypreneur.

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Nachfolge & Übernahme

243.000 Mittelständler gehen bis Jahresende vom Markt — ohne Nachfolger

Das Nachfolge-Monitoring von KfW Research beziffert die Zahl der wirtschaftsaktiven Mittelständler, die bis Ende 2026 ohne geregelte Nachfolge aus dem Markt ausscheiden, auf rund 243.000. Parallel dazu werden nach Branchenschätzungen jedes Jahr etwa 114.000 Betriebe stillgelegt, weil sich niemand findet. Als größte Hürde nennen 69 Prozent der Übergabewilligen die Suche nach einem geeigneten Nachfolger — nicht Steuern, nicht Finanzierung, nicht Bewertung.

„Nicht das Geld fehlt, sondern der Mensch, der sich das zutraut. Das ist die billigste Marktlücke, die DACH gerade zu bieten hat."

Quelle: KfW Research, Fokus Nr. 526 → · IHK Hannover →

Standort & Rahmenbedingungen

Das Zukunftsparadoxon: Der Mittelstand weiß, was er tun müsste — und schiebt es auf

Der Deutsche Mittelstands-Bund hat gemeinsam mit der HWR Berlin erstmals systematisch die Zukunftsrisiken kleiner und mittlerer Unternehmen erhoben — Grundlage sind 1.071 Interviews mit Inhaberinnen und Inhabern. Als größte Belastungen gelten Bürokratie (65 Prozent), Energiepreise (62,9 Prozent), regulatorische Anforderungen (57,1 Prozent) und Fachkräftemangel (56,3 Prozent). Die Studie beschreibt drei Muster: ein Investitionsdilemma, eine Resilienzfalle — und ein Zukunftsparadoxon, bei dem Digitalisierung, Innovation und Nachfolge als wichtig erkannt und im Tagesgeschäft systematisch aufgeschoben werden.

„Die gefährlichsten Risiken im Mittelstand stehen nicht in der Bilanz — sie stehen auf der Wiedervorlage."

Quelle: DMB Risiko-Report Mittelstand 2026 → · IHK Bodensee-Oberschwaben →

Nachfolge & Übernahme

57 Prozent der Mittelstandschefs sind über 55 — vor 20 Jahren waren es 20 Prozent

Ein Nachfolge-Index, der Schätzungen von IfM Bonn, KfW Research und DIHK bündelt, zeigt die Verschiebung in Zahlen: 57 Prozent der Mittelstands-Inhaber sind 55 Jahre oder älter — über zwei Millionen Menschen. Vor zwanzig Jahren lag dieser Anteil bei 20 Prozent. Wer die Übergabe in den nächsten zwei Jahren plant, ist im Schnitt über 66,5 Jahre alt; ein Viertel wird beim Rückzug über 70 sein. Die Lücke zwischen übergabereifen Firmen und passenden Käufern hat sich seit 2019 nahezu verdoppelt.

„Die Nachfolgelücke ist kein Demografieproblem — sie ist ein Verhandlungsvorsprung für alle, die jetzt kaufen."

Quelle: GTP Nachfolge-Index 2026 → · ad-hoc-news →

Mittelstand & Handwerk

19 Pleiten pro Tag — Österreichs Insolvenzen sinken, aber die Gläubiger werden mehr

Im ersten Halbjahr 2026 mussten in Österreich 3.449 Unternehmen Insolvenz anmelden, ein Prozent weniger als im Vorjahr — im Schnitt knapp 19 Betriebe pro Tag. Die vorläufigen Passiva liegen bei rund 4,4 Milliarden Euro. Betroffen sind seit Jahresbeginn 10.000 Arbeitnehmer, fünf Prozent weniger als 2025, aber 24.200 Gläubiger und damit 16 Prozent mehr. Regional klaffen die Zahlen weit auseinander: Vorarlberg legt um 34 Prozent zu, Tirol geht um 30 Prozent zurück. Handel, Bau und Gastronomie stellen zusammen 43 Prozent aller Firmenpleiten.

„Weniger Pleiten, mehr Geschädigte pro Pleite — das ist kein Aufschwung, das ist Konzentration."

Quelle: KSV1870 → · Leadersnet →

Standort & Rahmenbedingungen

1.689 Pleiten im Juli — und ausgerechnet die Dienstleister trifft es so hart wie nie

Das IWH Halle meldet für Juli 1.689 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften. Gegenüber Juni ist das ein Minus von knapp einem Prozent, gegenüber Juli 2025 aber ein Plus von sieben Prozent — und 75 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Bei unternehmensnahen Dienstleistern sowie Finanz- und Versicherungsdienstleistern verzeichnete der Insolvenztrend die höchsten Werte seiner gesamten Messreihe. In den größten zehn Prozent der betroffenen Firmen hingen über 13.000 Arbeitsplätze.

„Wer heute kauft, kauft im Abschwung — und genau da entstehen die Einstiegspreise, über die man in fünf Jahren spricht."

Quelle: IWH Halle → · Recht & Politik →

Standort & Rahmenbedingungen

669 Euro pro Sekunde: So viel kostet Österreichs Wirtschaft die Bürokratie

Eine Hochrechnung der KMU Forschung Austria beziffert den bürokratischen Aufwand der gewerblichen Wirtschaft auf 320 Millionen Arbeitsstunden und 21,1 Milliarden Euro pro Jahr — rechnerisch fast 200.000 Vollzeitstellen, die keine produktive Wertschöpfung erbringen. Ein Ein-Personen-Unternehmen wendet im Schnitt 250 Stunden jährlich für Verwaltung auf, mehr als sechs Wochen Arbeitszeit. Im Regulierungsvergleich des World Economic Forum kommt Österreich auf 3,1 von 7 Punkten, der EU-Schnitt liegt bei 3,9. Schon 5 bis 10 Prozent weniger Bürokratie würden die Betriebe um Milliarden entlasten.

„Nicht jede Regel lässt sich abschaffen. Aber fünf Prozent weniger Papier wären für den Standort mehr wert als das nächste Förderprogramm."

Quelle: WKO Medienservice → · MARI€ / WKÖ →

Nachfolge & Übernahme

Nur 7 Prozent wollen an externe Gründer übergeben — die Nachfolgersuche ist das eigentliche Nadelöhr

Rund 33 Prozent der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Dortmund planen in den nächsten fünf Jahren eine Übergabe, 14 Prozent bereits in den nächsten zwei Jahren — Ergebnis einer Sonderumfrage unter 590 Betrieben. Bei den Übergabezielen dominiert die Familie mit 38 Prozent, 18 Prozent denken an Mitarbeitende, nur 7 Prozent an externe Existenzgründer und 4 Prozent an Wettbewerber. Ein Drittel weiß es noch gar nicht. Als größte Hürde nennen 55 Prozent die Nachfolgersuche, danach folgen Unternehmensbewertung (40 Prozent) und Marktlage (37 Prozent). Sieben Prozent wollen binnen zwei Jahren schlicht schließen.

„Solange Übergeber zuerst am Familientisch suchen, bleibt der beste Käufer vor der Tür stehen — und der Betrieb macht zu."

Quelle: HWK Dortmund → · Konjunkturbericht Frühjahr 2026 →

Gründen & Skalieren

70 Millionen Dollar für eine Schweizer Weltraumfirma — die schon 140 Millionen Umsatz macht

Swissto12 hat 70 Mio. US-Dollar frisches Kapital eingesammelt und meldet für 2025 einen Umsatz von 140 Mio. US-Dollar. Auftragswerte von über 500 Mio. US-Dollar sollen das Unternehmen 2026 in ein positives EBITDA tragen. Das Westschweizer Unternehmen baut Satellitentechnik und gehört damit zur Hardware-Welle, die im ersten Halbjahr 2026 mit 325 Mio. Franken mehr Kapital anzog als jeder andere Sektor im Land.

„Kapital folgt Umsatz, nicht Pitchdecks. Wer erst liefert und dann fragt, verhandelt aus einer ganz anderen Position."

Quelle: Startupticker.ch → · Swiss Venture Capital Report H1 →

Standort & Rahmenbedingungen

Österreichs Betriebe wagen wieder — aber jeder Vierte investiert im nächsten Jahr gar nichts

Der WKÖ-Wirtschaftsbarometer, für den im Mai und Juni 2026 über 4.300 Betriebe befragt wurden, zeigt bessere Erwartungen bei Auftragslage, Umsatz, Auslastung und Beschäftigung. Bei den Investitionen fehlt die Wende: Der Erwartungssaldo liegt bei minus 12, knapp ein Viertel der Betriebe plant in den kommenden zwölf Monaten überhaupt keine Investition, und bei zwei Dritteln der Investierenden geht es nur um Ersatz. Immerhin planen 32 Prozent echte Neuinvestitionen — der höchste Wert seit der Winterbefragung 2023, vor allem in Digitalisierung und Innovation.

„Zuversicht ohne Investition ist nur Hoffnung. Ein Standort wird nicht an der Stimmung gemessen, sondern an dem, was tatsächlich gebaut wird."

Quelle: MARI€ / WKÖ → · WKÖ Konjunkturumfrage →

Mittelstand & Handwerk

2.500 Euro fürs Übernehmen: Das Saarland zahlt jetzt Prämie für Nachfolger

Saarländische Meisterabsolventen erhalten seit Januar 2026 einen Gründer- und Nachfolgebonus von 2.500 Euro — und zwar ausdrücklich auch dann, wenn sie einen bestehenden Betrieb übernehmen oder sich mit mindestens 25 Prozent plus Sperrminorität beteiligen. Parallel wurde der Aufstiegsbonus für die bestandene Meisterprüfung auf 2.000 Euro verdoppelt und bis Ende 2028 verlängert. HWK-Präsident Helmut Zimmer nennt den Anlass: Rund 2.000 Handwerksbetriebe im Saarland stehen in den kommenden fünf Jahren zur Übernahme an.

„2.500 Euro lösen keine Nachfolge. Aber sie sagen dem Meister endlich, dass Übernehmen genauso zählt wie Gründen."

Quelle: HWK Saarland → · Handwerksblatt →

Standort & Rahmenbedingungen

Sparen als Auswanderungsgrund: Kostenmotiv bei Auslandsinvestitionen so hoch wie seit 2003 nicht

43 Prozent der deutschen Industrieunternehmen planen 2026 Investitionen im Ausland — drei Punkte mehr als im Vorjahr. Entscheidend ist aber das Motiv: 41 Prozent nennen Kostenersparnis als Grund, ein Sprung um sechs Punkte und der höchste Wert seit 2003. Bei Großunternehmen klettert der Anteil von 33 auf 46 Prozent, in der Autoindustrie auf 56 Prozent. Bei Familienunternehmen dämpft laut Stiftung Familienunternehmen vor allem die Regulierungsdichte die Investitionen — 90 Prozent nennen sie als Bremse, je 80 Prozent Energiepreise und fehlende Fachkräfte.

„Wer wegen neuer Märkte ins Ausland geht, wächst. Wer wegen der Rechnung zu Hause geht, flieht — und das ist ein Unterschied, den Standortpolitik ernst nehmen sollte."

Quelle: DIHK → · Stiftung Familienunternehmen →

Gründen & Skalieren

690.000 Gründungen — aber sieben von zehn trauen sich nur nebenbei

Der KfW-Gründungsmonitor 2026 zählt für 2025 rund 690.000 Existenzgründungen, ein Plus von etwa 18 Prozent. Der gesamte Zuwachs kommt allerdings aus dem Nebenerwerb: rund 483.000 Gründungen und damit etwa 70 Prozent — ein neuer Rekord. Die Vollerwerbsgründungen stagnieren bei rund 207.000. Gegründet wird jung und digital: Das Durchschnittsalter liegt bei 34,2 Jahren, 40 Prozent sind unter 30, und 44 Prozent der neuen Vorhaben haben einen digitalen Schwerpunkt.

„Ein Rekord, der zur Hälfte Vorsicht ist. Der Nebenerwerb ist ein Testlauf — die Frage ist, was danach den Sprung ins Vollerwerb blockiert."

Quelle: KfW Research → · Existenzgründungsportal →

Nachfolge & Übernahme

52.500 Betriebe, 705.000 Jobs: Österreich baut eine Taskforce gegen die Nachfolgelücke

Bis 2034 stehen in Österreich rund 52.500 Unternehmen zur Übergabe an — knapp 23 Prozent aller Arbeitgeberbetriebe, an denen etwa 705.000 Beschäftigte hängen. Besonders unter Druck steht der Tourismus mit rund 8.000 erwarteten Übergaben allein bis 2029. Wirtschaftsministerium und Wirtschaftskammer haben dafür eine gemeinsame Nachfolge-Taskforce eingerichtet; die Initiative „NextGen4Austria" setzt bei Finanzierung, Digitalisierung und Führung an — also genau dort, wo Übernahmen in der Praxis scheitern.

„Österreich hat das Problem erkannt und ein Gremium dafür gebaut. Gemessen wird es an etwas anderem: ob am Ende mehr Betriebe einen Käufer finden."

Quelle: WKO → · NextGen4Austria →

Standort & Rahmenbedingungen

40.270 Normseiten Bundesrecht — und das Wirtschaftsrecht wächst am schnellsten von allen

Der Bürokratieindex von ESMT Berlin und Universität Wien misst den Umfang geltender deutscher Bundesgesetze — und erreicht erneut einen Höchststand: von 24.765 Normseiten im Jahr 2010 auf 40.270 Ende 2025, ein Plus von über 62 Prozent. Ausgerechnet das Wirtschaftsrecht wuchs in der Periode 2022 bis 2026 am stärksten von allen Rechtsgebieten: 1.542 zusätzliche Seiten, plus 16,5 Prozent. Rund 100.000 Melde- und Dokumentationspflichten verursachen laut Normenkontrollrat jährlich 64 Milliarden Euro laufende Kosten in der Wirtschaft.

„Keine Legislaturperiode der letzten 15 Jahre hat den Papierberg schrumpfen lassen — Ankündigung ist eben kein Abbau."

Quelle: ESMT Berlin → · idw →

Mittelstand & Handwerk

Umsätze minus 25, Beschäftigung minus 9: Im Handwerk ist die Konjunkturwende schon wieder vertagt

Der ZDH-Konjunkturbericht zeichnet ein hartes Bild: Der Geschäftslageindikator fällt um 7 Zähler auf 13 Punkte, das Geschäftsklima um 6 auf 107. Der Umsatzindikator sinkt auf minus 25 Punkte, die Auftragsbestände auf minus 19, die Beschäftigung auf minus 9. Als strukturelle Bremsen nennt der Verband überbordende Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren, hohe Energiepreise und einen Wohnungsbau, der einfach nicht wieder anspringt.

„Ein Gewerk, das nicht abwandern kann, spürt schlechte Standortpolitik als Erstes — und am längsten."

Quelle: ZDH-Konjunkturbericht → · ZDH-Statement →

Nachfolge & Übernahme

91.000 Schweizer KMU vor der Übergabe — und die Käufer kommen zunehmend aus dem Ausland

Der Schweizer KMU-Markt für Fusionen und Übernahmen hat sich nach zwei rückläufigen Jahren deutlich erholt: 208 abgeschlossene Transaktionen bedeuten ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Übernahmen Schweizer KMU durch ausländische Käufer stiegen um 65 Prozent auf den Rekordwert von 104 Deals. Haupttreiber ist die Nachfolgewelle — 91.000 Schweizer KMU, rund 16 Prozent aller Firmen, müssen ihre Nachfolge in den nächsten fünf Jahren regeln.

„Wenn die Hälfte der Käufer aus dem Ausland kommt, ist das kein Ausverkauf — aber eine unbequeme Frage an heimisches Kapital."

Quelle: Deloitte Schweiz → · IT-Markt →

Menschen & Mut

Zwei Schwestern, 170 Mitarbeitende: Warum ihre Nachfolge mit Vertrauen begann, nicht mit Verträgen

Alina (30) und Lara (26) Soyez übernehmen gerade den 1993 gegründeten Familienbetrieb in Ilsfeld bei Heilbronn mit 170 Mitarbeitenden. Beide waren zuerst andere Wege gegangen — duales BWL-Studium und Bauingenieurwesen die eine, Tiermedizin in Budapest und dann Stuckateur-Meisterin die andere. Ihr Befund nach zwei Jahren Übergabeprozess: Die größte Hürde sind nicht Finanzierung, Verträge oder Steuern, sondern die Rollen innerhalb der Familie. Sie arbeiten mit Familienrat, Fünf-Jahres-Plan, Leitbild und Persönlichkeitsanalysen.

„Wer Nachfolge nur als Vertragsfrage denkt, hat die schwierigste Verhandlung schon verloren."

Quelle: Next Level Handwerk →

Standort & Rahmenbedingungen

Erstmals seit Monaten Zuversicht: Mittelstandsstimmung springt — bleibt aber tief im Minus

Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer stieg im Juli 2026 um 4 Punkte auf minus 17,3 Zähler, getragen von deutlich besseren Geschäftserwartungen. Am stärksten hellte sich die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe auf (plus 9,7 Punkte), die Beschäftigungserwartungen kletterten um 4,1 auf minus 7,4. Der ifo-Geschäftsklimaindex insgesamt legte im selben Monat auf 86,6 Punkte zu. Das Niveau bleibt trotzdem deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.

„Vier Punkte Plus aus einem tiefen Minus heraus sind Hoffnung — eine Wende sieht anders aus."

Quelle: KfW Research → · ifo Institut →

Gründen & Skalieren

55 Millionen Dollar in zehn Monaten: Ex-Formel-1-Ingenieure holen Deutschlands größte Seed-Runde

Das erst 2025 gegründete Robotik-Start-up microagi aus München hat eine Seed-Finanzierung über 55 Millionen US-Dollar abgeschlossen — nach eigenen Angaben die größte Seed-Runde der deutschen Start-up-Geschichte. Angeführt wird sie von Hummingbird, mit Northzone, LocalGlobe, Village Global und redalpine an Bord; hinter der Firma stehen unter anderem frühere Ingenieure von Red Bull Racing und Mercedes-AMG Petronas. Zur Einordnung: Europa installierte 2024 nur 85.000 Fabrikroboter (16 Prozent weltweit), China im selben Jahr 295.000.

„Europas Automatisierungsrückstand ist real — und offenbar genau deshalb die größte Wette, die man hier gerade eingehen kann."

Quelle: VentureCapital Magazin → · StartingUp →

Mittelstand & Handwerk

Zehn Jahre Polizist, jetzt Bäcker: Wie die einzige Bäckerei im Ort ihre Nachfolge fand

Bäckermeister Hans Brunner (66) suchte per Anzeige vergeblich einen Nachfolger für seinen Familienbetrieb im baden-württembergischen Kirchbierlingen — seit 1920 in Familienhand. Die Lösung kam aus der eigenen Familie: Neffe Philipp (33) kündigte nach über zehn Jahren Polizeidienst, absolviert jetzt die Bäckerlehre im eigenen Betrieb und plant den Meisterkurs. Zum Jahreswechsel übernimmt er gemeinsam mit seiner Frau Julia — und die einzige Bäckerei im Ort bleibt erhalten.

„560.000 Betriebe suchen Nachfolger — und manchmal ist die Antwort ein Karrierewechsel mit 33. Quereinstieg ist eine Nachfolgestrategie."

Quelle: ABZ → · Schwäbische Zeitung →

Standort & Rahmenbedingungen

Minus 7,3 Punkte: Schweizer KMU so pessimistisch wie nie seit Messbeginn

Das NZZ-KMU-Barometer fällt im zweiten Quartal 2026 von minus 6,3 auf minus 7,3 Punkte — der tiefste Stand seit Erhebungsbeginn 2021. Als Treiber nennen die Betriebe geopolitische Unsicherheit, die US-Handelspolitik und die wachsende Bürokratielast; nur bei der Integration moderner Technologien gibt es positive Werte. Immerhin: 55 Prozent der Unternehmen halten sich selbst für krisenfest.

„Wenn selbst die Schweizer KMU schwarzsehen, ist das kein Stimmungstief — das ist ein Standortsignal für ganz DACH."

Quelle: NZZ → · SRF →

Menschen & Mut

Vom China-Restaurant in Linz zum Millionen-Exit: Kaikaku geht an SoftBank-finanzierten US-Riesen

Josef Chen half als Kind im China-Restaurant seiner Eltern in Linz — dort entstand die Idee, wiederkehrende Restaurantarbeit mit Robotik zu automatisieren. Sein 2023 gegründetes Startup Kaikaku, dessen Roboter „Fusion" bis zu 360 Bowls pro Stunde schafft, wird jetzt vom US-Unternehmen Reef übernommen, das über 1,5 Milliarden US-Dollar unter anderem vom SoftBank Vision Fund eingesammelt hat. Ende 2025 wurde Kaikaku mit 30 Millionen US-Dollar bewertet; das Kernteam arbeitet bei Reef weiter an Robotik und KI für Restaurants.

„Die beste Gründungsidee liegt oft nicht im Pitchdeck, sondern in der Küche der Eltern."

Quelle: brutkasten →

Nachfolge & Übernahme

70 Prozent kaufen mit eigenem Geld: Wie Deutschlands Nachfolger wirklich finanzieren

Das Nachfolge-Barometer Q2 von New Mittelstand (119 Befragte, April bis Juni 2026) räumt mit einem Mythos auf: 70 Prozent der Searcher gehen self-funded vor, nur 13 Prozent nutzen ein klassisches Search-Fund-Modell, 59 Prozent brauchen zusätzlich Bank- und Akquisitionsfinanzierung. Die größte Hürde ist dabei nicht das Geld: 51 Prozent nennen das Finden passender Unternehmen als Problem Nummer eins — noch vor zu hohen Bewertungen (39 Prozent).

„Die Nachfolgewelle scheitert nicht am Kapital, sondern am Matching — wer suchen kann, gewinnt."

Quelle: New Mittelstand →

Gründen & Skalieren

157 neue Firmen pro Tag: Die Schweiz gründet so viel wie nie

28.538 Neueintragungen ins Handelsregister im ersten Halbjahr 2026 — Rekord für ein Halbjahr, ein Plus von 2,6 Prozent zum Vorjahr und 14 Prozent über dem Zehn-Jahres-Schnitt, meldet das IFJ Institut für Jungunternehmen. Bei der Gründungsdichte liegt Zug mit 132 Gründungen pro 10.000 Einwohner klar vorn, das Tessin wächst mit 14 Prozent am stärksten. Meistgewählte Branche: Beratung, gefolgt von Immobilien und Handwerk.

„Während Deutschland über Gründergeist diskutiert, trägt die Schweiz ihn täglich 157-mal ins Handelsregister ein."

Quelle: Moneycab → · cash.ch →

Standort & Rahmenbedingungen

Alle 20 Minuten eine Pleite: 12.900 Insolvenzen im Halbjahr — und warum darin eine Chance steckt

Im ersten Halbjahr 2026 meldeten laut Creditreform bereits 12.900 Unternehmen Insolvenz an — der höchste Stand seit 2013, statistisch eine Pleite alle 20 Minuten. Als Ursachen gelten der Corona-Nachholeffekt, sechs Jahre Wachstumsschwäche und der Energiepreisschock im Frühjahr. Zugleich erinnert die Analyse an Schumpeters „schöpferische Zerstörung": Wo Firmen scheitern, entstehen Übernahmechancen — wenn Käufer bereitstehen.

„12.900 Insolvenzen sind auch 12.900 Gelegenheiten für Leute, die kaufen statt klagen."

Quelle: ZDFheute →

Menschen & Mut

KI-CEO raus, Gründer zurück: Mymuesli holt Max Wittrock ans Ruder

Beim Passauer D2C-Pionier Mymuesli übernimmt Co-Gründer Max Wittrock wieder den CEO-Posten — sechs Jahre nach seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft. Erst im Frühjahr 2026 war ein CEO mit KI- und Personalisierungsfokus angetreten; die Rolle rückwärts liest sich als bewusste Kurskorrektur zurück zur Gründer-DNA. Für die D2C-Szene ein Signal, dass Markenidentität nicht delegierbar ist.

„Manchmal ist die beste Digitalstrategie ein Gründer, der seine Marke noch selbst erklären kann."

Quelle: StartingUp → · Lebensmittelzeitung →

Gründen & Skalieren

21.718 Gründungen in sechs Monaten: Österreich stellt schon wieder einen Rekord auf

Die Wirtschaftskammer Österreich meldet für das erste Halbjahr 2026 das nächste Allzeithoch: 21.718 Neugründungen (ohne Personenbetreuung), ein Plus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die stärksten Zuwächse kommen von den unter 30-Jährigen; 82,6 Prozent gründen als Einzelunternehmen, davon 42,5 Prozent Frauen, und 41,1 Prozent starten zunächst nebenberuflich. 78,1 Prozent der Gründer wünschen sich einen zentralen digitalen One-Stop-Shop.

„Der Gründergeist ist da — jetzt muss die Verwaltung nur noch so schnell werden wie die Gründer."

Quelle: brutkasten → · Salzburger Nachrichten →

Nachfolge & Übernahme

Übernehmen statt gründen: In Oberösterreich steigen Betriebsübernahmen um 17 Prozent

Im ersten Halbjahr 2026 wechselten in Oberösterreich 396 Betriebe per Übernahme den Chef — ein Plus von 17,2 Prozent gegenüber 338 im Vorjahreszeitraum. Dazu kamen 3.699 Neugründungen, angeführt von Gewerbe und Handwerk mit 1.504. WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer nennt jeden Betrieb mit Nachfolger einen „wichtigen Baustein" für den Fortbestand des Standorts.

„Während Deutschland über die Nachfolgelücke klagt, zeigt Oberösterreich: Übernehmen wird zum Trend — man muss es nur ermöglichen."

Quelle: MeinBezirk.at →

Standort & Rahmenbedingungen

30 Milliarden für Gründer, aber 88 Prozent nennen Bürokratie als Gründungskiller

Das Bundeskabinett hat die Startup- und Scaleup-Strategie mit acht Handlungsfeldern beschlossen: Der Deutschlandfonds stellt über 30 Milliarden Euro Anschubfinanzierung bereit, das Hebelprojekt „Schneller Gründen" soll Gründungsprozesse beschleunigen, und der Zugang zu öffentlichen Aufträgen wird erleichtert — 2025 hatten nur sieben Prozent der Startups öffentliche Kunden. Zugleich nennen 88 Prozent der Startups weniger Bürokratie als wichtigsten Faktor gegen eine Gründung in Deutschland. Startups beschäftigten 2024 rund 522.000 Menschen, 26 Prozent mehr als vier Jahre zuvor.

„Geld ist reichlich da — gescheitert wird in Deutschland an der Steuernummer."

Quelle: Bundesregierung → · BMWE →

Gründen & Skalieren

Vier Forscher, eine Bahnhofshalle, weltweite Patente: voidsy prüft, was keiner sieht

Das Welser DeepTech-Startup voidsy — 2022 als Ausgründung von vier wissenschaftlichen Mitarbeitern der FH Oberösterreich gestartet — prüft mit seinem 3D-Thermografiesystem berührungslos verborgene Defekte in Composite-Bauteilen, vom Flugzeugteil bis zum 110-Meter-Rotorblatt. Rund 15 Geräte sind verkauft, Patente laufen in Europa, den USA, China und Japan — und das Wachstum finanziert sich organisch und profitabel aus dem Cashflow.

„Kein Hype, kein Burn-Rate-Wahnsinn: Profitabel skalieren geht auch — sogar im DeepTech."

Quelle: brutkasten →

Mittelstand & Handwerk

Rechnung bezahlt? Später. Die Zahlungsmoral in Deutschland verschlechtert sich weiter

Laut Allianz Trade warteten deutsche Unternehmen 2025 im Schnitt 79 Tage, bis eingesetztes Kapital wieder zurückfloss — zwei Tage länger als im Vorjahr und rund 16 Tage länger als im westeuropäischen Schnitt. Die Zeit bis zum Zahlungseingang stieg auf 55 Tage, während die eigenen Lieferantenrechnungen nach nur 35 Tagen beglichen werden. Für 2026 prognostiziert Allianz Trade eine weitere Verschlechterung auf rund 83 Tage.

„Die günstigste Mittelstandsförderung wäre: Rechnungen einfach pünktlich bezahlen."

Quelle: Retail-News → · Allianz Trade (Studie) →

Menschen & Mut

Banken sagten Nein, sie machte trotzdem auf: Vom Kita-Job zum eigenen Cookie-Laden

Michelle Mignogna, 34 und alleinerziehend mit drei Kindern, eröffnete in Mainz den Laden „Cukki – Cookies & Coffee" — nachdem mehrere Banken ihren Businessplan für einen Gründerkredit abgelehnt hatten. Mit Privatkredit und radikal niedrigen Fixkosten (nur To-go-Verkauf, Backen auf der Ladenfläche, geleaste Geräte) schrieb die frühere Erzieherin schon nach zwei Monaten schwarze Zahlen.

„Die Banken prüften das Risiko — sie prüfte den Markt. Recht behalten hat sie."

Quelle: ZDFheute →

Mittelstand & Handwerk

Zehn Mitarbeiter, acht Rollen: Warum Handwerkschefs mehr im Büro stehen als in der Werkstatt

Handwerkskammern und der ZDH schlagen Alarm: Betriebsinhaber verbringen inzwischen mehr Zeit mit Bürokratie als in der Werkstatt oder beim Kunden. Die Handwerkskammer Halle fordert von der Bundesregierung einen schnellen und konsequenten Bürokratieabbau, der ZDH verlangt zusätzlich Planungssicherheit. Denn Dokumentationspflichten, hohe Kosten und die Industrieschwäche gefährden Investitionen und Fachkräftesicherung gleichzeitig.

„Ein Meisterbetrieb, der am Schreibtisch verhungert, ist kein Einzelfall — er ist Systemergebnis."

Quelle: H@llAnzeiger → · Markt und Mittelstand →

Nachfolge & Übernahme

Mit 33 ein Traditionsgut übernehmen: Wie Friederike von Hollen Gut Dummerstorf neu aufstellt

Die 33-jährige Landwirtin Friederike von Hollen aus dem benachbarten Prisannewitz hat den Zuschlag für das traditionsreiche Gut Dummerstorf in Mecklenburg-Vorpommern erhalten. Statt Betriebsaufgabe oder Zerschlagung steht damit eine externe Nachfolge — sie will den Milchviehbetrieb wirtschaftlich stärken und langfristig wettbewerbsfähig machen.

„Nachfolge ist kein Erbfall, sondern ein Geschäftsmodell — man muss nur hinlangen."

Quelle: Bauernzeitung →

Standort & Rahmenbedingungen

10,4 Milliarden weniger Bürokratie: Das zweite Entlastungskabinett liefert — auf dem Papier

Am 15. Juli hat die Bundesregierung im zweiten Entlastungskabinett Maßnahmen mit einem Entlastungsvolumen von 10,4 Milliarden Euro beschlossen. Der Schwerpunkt liegt beim Mittelstand: weniger Berichts- und Dokumentationspflichten, einfachere Verwaltungsverfahren, mehr digitale Abläufe. Hintergrund ist die wachsende Sorge um Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Stabilität des deutschen Mittelstands.

„Beschlossene Milliarden entlasten niemanden — erst gestrichene Formulare tun das."

Quelle: Bundesregierung → · Haufe →

Menschen & Mut

Vierte Generation, zwei Chefinnen: Diese Schreinerei zeigt, wie Übergabe gelingt

Johanna Uhland stieg 2018 in die Geschäftsführung der Darmstädter Schreinerei Uhland ein — drei Jahre später übergab ihr Vater Eberhard den Familienbetrieb komplett in ihre Hände. Seit 2023 führt sie das Unternehmen gemeinsam mit ihrer Frau Sabine in vierter Generation. Der Fall gilt als Lehrstück für gelungene Nachfolge: früher Einstieg, klare Vereinbarungen und ein Übergeber, der wirklich loslässt.

„Nachfolge scheitert selten an den Zahlen — meistens am Reden. Diese Familie hat beides geklärt, bevor es weh tat."

Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung → · Die News →

Mittelstand & Handwerk

28.000 Handwerksbetriebe vor der Übergabe: Baden-Württemberg startet Matching-Börse für Nachfolger

Zum 1. Juli 2026 haben die acht Handwerkskammern in Baden-Württemberg die „Unternehmensbörse Handwerk" gestartet: kostenlose Inserate für Übergeber, Suchprofile für Interessierte und ein automatisches Matching nach Gewerk, Region und Qualifikation. Der Hintergrund ist drängend — rund 28.000 Handwerksbetriebe im Land stehen in den kommenden fünf Jahren vor Übergabe oder Schließung, allein in Südbaden etwa 5.000.

„Übernehmen statt gründen: eingespieltes Team, Kundenstamm, Maschinenpark — die Börse macht den klügsten Weg in die Selbstständigkeit endlich sichtbar."

Quelle: Handwerkskammer Freiburg → · Unternehmensbörse Handwerk →

Kapital & Finanzierung

472 Millionen für Österreichs Startups — aber zwei Drittel des Geldes kommen aus dem Ausland

Österreichs Startups holten im ersten Halbjahr 2026 laut EY-Barometer 472 Millionen Euro — ein Plus von 329 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und mit 97 Abschlüssen ein Runden-Rekord. Der Haken: Rein internationale Runden stemmen inzwischen 64 Prozent des Volumens (Vorjahr: 27 Prozent), und bei Tickets über zehn Millionen Euro sind heimische Geldgeber nur noch mit 12,5 Prozent vertreten. Sieben der zehn größten Runden kamen ganz ohne österreichische Beteiligung zustande.

„Das Comeback ist real — aber wenn beim Exit keine heimischen Investoren an Bord sind, fließt der Gewinn am Standort vorbei."

Quelle: Leadersnet → · EY Barometer →

Nachfolge & Übernahme

45 Prozent aller österreichischen Firmen brauchen bis 2030 einen Nachfolger

Eine Studie von Creditreform Österreich und CH Consult beziffert den bevorstehenden Generationenwechsel: 45 Prozent der heimischen Unternehmen benötigen bis 2030 eine Nachfolgelösung, bis 2029 hängen daran rund 51.000 Arbeitgeberbetriebe mit etwa 692.000 Arbeitsplätzen. 40 Prozent planen bereits eine familienexterne Übergabe — und 34 Prozent der Unternehmer können sich vorstellen, selbst einen Betrieb zu übernehmen. Familieninterne Übergaben gehen kontinuierlich zurück.

„Österreichs größter Buypreneur-Markt aller Zeiten öffnet gerade — wer kaufen will, hat nie mehr Auswahl gehabt."

Quelle: Leadersnet → · Creditreform →

Nachfolge & Übernahme

Die 1-Million-Euro-Lücke: Käufer und Kapital suchen im Nachfolgemarkt aneinander vorbei

Das erste Nachfolge-Barometer von New Mittelstand (119 Befragte, Q2 2026) legt eine strukturelle Schieflage offen: 63 Prozent der Searcher suchen Betriebe unter einer Million Euro EBITDA — aber 93 Prozent der Investoren steigen erst ab dieser Marke ein, 60 Prozent bevorzugen sogar 2,5 bis 5 Millionen. 70 Prozent der Käufer gehen deshalb self-funded vor. Die größte Hürde ist dabei nicht der Preis, sondern der Deal Flow: 51 Prozent finden schlicht keine passenden Unternehmen.

„Das Kapital ist da, die Käufer sind da — sie treffen sich nur nicht. Wer die Lücke unter 1 Mio. EBITDA bedient, hebt den eigentlichen Schatz."

Quelle: New Mittelstand → · Nachfolge-Barometer →

Nachfolge & Übernahme

560.000 Betriebe suchen bis Ende 2026 einen Nachfolger — und 190.000 finden keinen

Bis Ende 2026 müssen rund 560.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland ihre Nachfolge regeln. Etwa ein Drittel der Inhaber — rund 1,2 Millionen Menschen — ist bereits 60 Jahre oder älter. Die größte Hürde ist laut Befragung schlicht, überhaupt jemanden zu finden: 69 % nennen das als Hauptproblem. Für rund 190.000 Betriebe droht die Stilllegung, weil kein Nachfolger in Sicht ist.

„Jeder stillgelegte Betrieb war einmal eine Lebensleistung. Die Übergabewelle ist kein Risiko — sie ist die größte Chance für eine Generation, die kaufen statt gründen will."

Quelle: ad-hoc-news → · IfM Bonn →

Nachfolge & Übernahme

Kaufen statt gründen: In DACH gibt es erst 7 Search Funds — bei 186.000 Firmen zur Übergabe

Zwischen 2026 und 2030 stehen in Deutschland rund 186.000 Unternehmen zur Übergabe an. Ein Modell gegen den Käufermangel ist der Search Fund: Ein oder zwei „Searcher" sammeln Kapital, kaufen ein profitables Unternehmen — typischerweise mit 1 bis 5 Mio. Euro EBITDA — und führen es selbst weiter. In der gesamten DACH-Region zählt man aktuell erst 7 Search Funds und 12 Nachfolger-Unternehmer. Das Missverhältnis zeigt, wie viel Raum offen ist.

„Ein historisches Zeitfenster: Eine ganze Unternehmergeneration geht in Rente, während interne Nachfolger fehlen. Wer jetzt lernt zu kaufen, findet einen gedeckten Tisch."

Quelle: New Mittelstand → · Unternehmeredition →

Gründen & Skalieren

Rekordjahr 2025: 3.568 neue Startups in Deutschland — und mehr Gründungen als Schließungen

2025 war das stärkste Gründungsjahr seit Beginn der Zählung: 3.568 neue Startups entstanden in Deutschland, ein Plus von 29 % gegenüber dem Vorjahr und mehr als im bisherigen Rekordjahr 2021. Breiter gefasst wurden 640.500 neue Betriebe registriert — bei nur 502.200 Schließungen. Mehr als ein Viertel der neuen Startups setzt bereits auf KI. München liegt bei Gründungen pro Kopf klar vorn.

„Wirtschaftskrise hin oder her — netto 138.000 Betriebe mehr in einem Jahr. Der Gründergeist ist nicht das Problem. Die Frage ist, ob wir ihn halten."

Quelle: Startup-Verband → · ad-hoc-news →

Standort & Rahmenbedingungen

65 Milliarden Euro Bürokratie — und fast jedes fünfte Unternehmen stellt Leute nur fürs Papier ein

Das Statistische Bundesamt beziffert die jährliche Bürokratiebelastung der deutschen Wirtschaft auf rund 65 Milliarden Euro. Im IW-Zukunftspanel gaben im Herbst 2025 vier von fünf Unternehmen an, der Aufwand sei gestiegen. Fast ein Fünftel musste eigens neue Stellen schaffen, nur um die Regulierung zu bewältigen. Die Bundesregierung will die Kosten um rund 16 Mrd. Euro senken.

„Jede Stunde für ein Formular ist eine Stunde, die nicht ins Produkt, den Kunden oder das Team fließt. Entbürokratisierung ist keine Wohltat — sie ist Wachstumspolitik."

Quelle: IW Köln → · Markt und Mittelstand →

Kapital & Finanzierung

Schweiz +44 %, Deutschland +19 %: Das Kapital für Scale-ups kehrt in den DACH-Raum zurück

Nach zwei schwachen Jahren zieht die Startup-Finanzierung im DACH-Raum wieder an. Die Schweiz verzeichnete 2025 den stärksten Anstieg beim Investitionsvolumen mit +44 %, Deutschland legte um 19 % auf rund 8,4 Mrd. Euro zu. In Österreich sammelte allein das PropTech-Scale-up Gropyus 100 Mio. Euro ein. In fast jeder dritten Finanzierungsrunde (32 %) steckt inzwischen KI im Kern des Geschäfts.

„Kapital ist wieder da — aber es fließt zu den Reifen, nicht zu den Ideen. Wer skalieren will, muss zeigen, dass er ein Unternehmen führen kann, nicht nur ein Produkt."

Quelle: EY Start-up-Barometer → · brutkasten →

Diese Sammlung wächst. Wir ergänzen laufend neue Geschichten aus dem Unternehmertum im DACH-Raum. Über eine starke Nachfolge, ein Scale-up oder eine absurde Hürde gestolpert? Schick es uns – die besten landen hier.